Aktuelle Projekte

Mücken mit Gepäck
Sie fliegen unter dem Radar, und niemand weiß, was sie mitbringen: Seit ein paar Jahren erweitern zugereiste Arten die Mückenfauna in Deutschland. 2006 fanden Wissenschaftler erstmals Spuren der Asiatischen Tigermücke, 2009 die Asiatische Buschmücke. Was diese beiden gemein haben: Sie sind in der Lage, Krankheitserreger auf den Menschen zu übertragen, und zwar von Krankheiten, die hierzulande bisher lediglich ganz vereinzelt von Rückkehrern aus den Tropen bekannt sind. Doch auch die heimische Mückenfauna ist für Überraschungen gut: Bei der Blauzungenkrankheit unter Schafen, Rindern und Ziegen 2006 und dem Ausbruch des Usutu-Virus, das 2011 ein Amselsterben im Dreiländereck Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen ausgelöst hat, haben heimische Stechmücken die Krankheitserreger verbreitet – niemand hat damit gerechnet. Seit Anfang 2011 wird endlich etwas unternommen, was Insektenforscher und Parasitologen seit Jahren fordern: Wissenschaftler erfassen systematisch, welche Mückenarten es in Deutschland gibt – neue und alte.
Feuer und Wölfe
Wo der Mensch weicht, kehrt die Natur zurück: Überall in Europa leeren sich ganze Landstriche, weil die Menschen ein besseres Leben in den Städten suchen. Dadurch verändert sich jahrhundertealte Kulturlandschaft. Ob im Schwarzwald oder in Portugal – wo früher Felder waren oder Viehherden weideten, haben sich Busch- und Waldgebiete ausgebreitet. Das bringt ein Problem mit sich: Die Waldbrandgefahr wächst. Doch nicht nur Pflanzen kehren zurück, auch längst ausgestorbene Tierarten wie Bären oder Wölfe finden in menschenleeren Regionen Europas wieder Rückzugsgebiete. Mit ihnen kommen neue Konflikte und alte Ängste.
Biotop Bunker
Die Bunker- und Befestigungsanlagen des früheren Westwalls entlang der deutschen Grenze haben sich zu einer einzigartigen Überlebensnische für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Mancherorts sind sie den Stadtvätern ein Dorn im Auge und sollen geschleift werden. Dagegen gehen Umweltschützer auf die Barrikaden. Sie planen ein grünes Band entlang der Panzersperren und Bunker – ähnlich dem früheren Todesstreifen an der deutsch-deutschen Grenze.
© 2005, letzte Aktualisierung am 30. Januar 2012